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Versicherungspolicen von Clerical Medical = hohe Wertverluste?

Gerade die Versicherungspolicen von Clerical Medical wurden den Anlegern als Tilgungsversicherung empfohlen, weil sie eine besonders hohe Rendite versprachen. Clerical Medical muss sich nun die Frage gefallen lassen, ob Anleger mit nicht nachvollziehbaren Renditeangaben geködert wurden. Insbesondere sollten sich etwaige Kursverluste nicht zum Nachteil der Anleger auswirken, da ein einmal ausgewiesener Wert der Versicherung garantiert sei. Es gab somit für die Anleger genügend vermeintliche Gründe, den britischen Versicherer nationalen Angeboten vorzuziehen. Das Vertrauen der Anleger in Clerical Medical wurde leider bitter enttäuscht. Die Wertentwicklungen liegen weit unter den Erwartungen. Für die Anleger kann dies im schlimmsten Fall existenzielle Ausmaße annehmen.

Gründe für den Wertverlust
Zum einen scheint es so, dass Clerical Medical mit einst erzielten Renditen geworben hat, welche jedoch infolge des Börsencrashs, also spätestens ab der Jahrtausendwende, nicht mehr realistisch waren. Die prognostizierten Wertzuwächse waren somit von Beginn an nicht erreichbar, was für Clerical Medical eigentlich vorhersehbar hätte sein müssen. Zum anderen scheint Clerical Medical die Policen mit Garantiekosten und anderen Abrechnungsposten belastet zu haben, die in den bei Vertragsschluss überlassenen Prospekten und Informationsmaterialien nicht genannt wurden. Den Abrechnungen mangelt es jedenfalls an Transparenz. Damit die Garantien für andere Policen erbracht werden können, fällt der Wertzuwachs für den einzelnen Versicherungsnehmer bzw. Anleger geringer aus. Die Garantieleistungen werden somit letztlich von den Vermögenswerten der Versicherungsnehmer getragen.

Droht ein Totalverlustrisiko?
Weitet sich die Bankenkrise auch auf die Versicherungen aus? Welche Folgen hätte das für die Kunden? Vor dem Hintergrund der aktuellen Finanzmarktkrise fragen Anleger sich, ob auch Clerical Medical zahlungsunfähig werden kann und damit ein Totalverlustrisiko droht. Klar ist, dass auch große Versicherungsgesellschaften vor einer Insolvenz nicht geschützt sind. Es stellt sich dann die Frage, welche Folgen eine Insolvenz für die Anleger hätte. Die Informationslage zu diesem Thema ist bislang eher theoretischer Natur. Praxiserprobte Aussagen lassen sich daher kaum treffen. Es dürfte aber so sein, dass deutsche Anleger bei Insolvenz eines britischen Versicherers mit den ersten 2.000,00 Pfund Sterling und danach mit 90 % des Anlagevermögens geschützt sind. Bewerkstelligt wird dies mit Hilfe des Sicherungsfonds „Financial Service Compensation Scheme“, auch Feuerwehrfonds genannt. Die von vielen Anlegern aufgeworfene Frage eines Totalverlustrisikos ist nach unserem Dafürhalten also zu verneinen. Nach Laufzeitende müsste zumindest eine Teilzahlung erfolgen.



CMI-Vermittler klagen erfolgreich gegen Clerical Medical

"Wenn schon die Vermittler klagen, dann kann man sich vorstellen, welche
Informationen noch beim Anleger ankommen!" Laut Arne Podewils, Partner von
mzs Rechtsanwälte in Düsseldorf und Fachanwalt für Bank und
Kapitalmarktrecht, hört in seiner täglichen Praxis immer wieder die
Beschwerden von Vermittlern von fremdfinanzierten Rentenkonzepten, dass sie
es mit ihren Kunden „nur gut gemeint“ hätten und selbst unvollständige oder
fehlerhafte Beratungsunterlagen erhielten. Die Beschwerden beziehen sich
dabei auf sämtliche Konzepte, beispielsweise die Schnee-Rente, der
System-Rente, die Lex-Konzept-Rente usw. Die Vermittler beklagen, dass sie
an der Vermittlung dieser Produkte kein Geld verdient hätten, sondern die
Produkte ihnen „jede Menge Geld gekostet hätten“. Wegen der dramatisch
schlechten Entwicklung der fremdfinanzierten Rentenkonzepte, wegen der die
Anleger sich häufig mit einem Schuldenberg in sechsstelliger Höhe
konfrontiert sehen, müssen die Berater viel Zeit investieren um geschädigte
Kunden zu beruhigen und bei der Schadensminderung mithelfen. Erschwerend kam
für die Berater in der Vergangenheit hinzu, dass sie von der Clerical
Medical (CMI) durch Streitverkündungen in die langwierigen und
möglicherweise kostenintensiven Klageverfahren ihrer (ehemaligen) Kunden
gegen die CMI hineingezogen wurden. Ganz zu schweigen natürlich von den
Beratern, die im guten Glauben an ihre Produkte, selbst hohe Beträge
investiert haben.



Doch es gibt in der unerträglichen Situation seit geraumer Zeit
Schützenhilfe durch die Rechtsprechung. So hat der Bundesgerichtshof bereits
im vergangenen Jahr den Anlegern Erfüllungsansprüche zugesprochen, nach
denen die CMI die vertraglich zugesagten Zahlungen leisten muss, sofern der
Berater nicht über einen Vorbehalt der CMI aufgeklärt hat. Sollten die
Auszahlungen aus der Versicherung, wie vertraglich zugesagt, häufig mit
einer 1%igen Erhöhung pro Jahr vorgesehen, ausgezahlt werden, bestünde kaum
ein wirtschaftlicher Schaden, so der Spezialist Podewils. Allerdings können
sich Berater auch auf Schadensersatzansprüche gegen die CMI stützen. So hat
ein aktuelles Urteil des Oberlandesgerichtes Celle das "Prinzip CMI" recht
deutlich demaskiert. Geklagt hatten zwei Finanzberater, die selbst Produkte
von Clerical Medical gekauft und diese einer Vielzahl von Kunden aus
Überzeugung ebenfalls empfohlen hatten. Das OLG Celle sprach einem Kläger
750.000 Euro zu und verneinte die Frage an einer Mitschuld des Beraters an
vorliegenden Falschberatungen.


Es ging in Celle um fremdfinanzierte Rentenkonzepte wie die
"LEX-Konzeptrente" und den "Europlan". Fachanwalt Podewils, der selbst
zahlreiche Käufer von Finanzprodukten von Clerical Medical in
Schadensersatzklagen vertritt, sieht das Urteil als logische Konsequenz der
aktuellen Rechtsprechungen und auch als Indiz dafür, wie der Vertrieb der
CMI in Deutschland erfolgt: "Wenn schon die Berater nicht wirklich Bescheid
wussten, dann kann der Kunde nicht über sämtliche Risiken aufgeklärt worden
sein!"


Mit dem OLG Celle hatte ein weiteres Oberlandesgericht der Vorgabe des BGH
aus Juli 2012 entsprochen. Rechtsanwalt Podewils empfiehlt Opfern von
Clerical-Medical-Falschberatung aus diesen Entscheidungen weitere Sicherheit
zu ziehen und Schadensersatzklagen anzustrengen. Die gilt auch dann, wenn
Kunden nicht über eine eintrittspflichtige Rechtschutzversicherung verfügen.
Prozessfinanzierungsgesellschaften schätzen die Erfolgsaussichten solcher
Prozesse als derart gut ein, dass sie eine Kostenübernahme gegen Zahlung
eines Honorars im Falle eines Erfolges anbieten.

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